Infrastruktur-Lösungen

Nutanix – Das Rechenzentrum in der Box

Interview mit Lukas Klinger, zu den Besonderheiten von Nutanix.

PROFI.news Redaktion: Herr Klinger, eines Ihrer Spezialgebiete ist Nutanix. Was sind die besonderen Merkmale des sogenannten „Rechenzentrums in der Box“?

Eine Besonderheit ist natürlich, dass Nutanix sowohl die Rechenressourcen als auch die Speicherressourcen in einer kompakten x86-basierten Appliance vereint. Hier ist besonders die hohe Packungsdichte hervorzuheben. So sind beispielsweise in einer NX-3060-G4 bis zu vier Server-Knoten auf nur zwei Höheneinheiten im Rack realisierbar. Durch diese hohe Packungsdichte wird der klassische Architekturansatz aufgebrochen. Die herkömmliche Trennung zwischen Server, SAN und Storage entfällt somit und die gesamte Architektur wird in einer Box zusammengefasst. So müssen sich die IT-Abteilungen unserer Kunden nicht mehr so stark über ihr SAN und die Speichersysteme Gedanken machen, sondern profitieren von einem stark vereinfachten Management ihrer Virtualisierungsplattform.

Nutanix ist eine reine Software-Lösung und verzichtet auf aufwändige Spezial-Hardware. Momentan ist Nutanix in Verbindung mit Hardware von SuperMicro, Dell oder Lenovo verfügbar. In einem Nutanix-Cluster-Verbund sind alle Dienste, Vorgänge und Daten auf das gesamte Cluster verteilt, um Single Point of Failures und Performance-Engpässe zu beseitigen. Diese konsequente Verteilung macht die hohe Agilität und Skalierbarkeit des Systems erst möglich.

Alle Daten werden auf einem speziellen File-System abgelegt, welches durch intelligente Verteilung und verschiedene Techniken zur Datenreduktion stets die optimale Performance und Verfügbarkeit für virtuelle Maschinen bereitstellt.

PROFI.news Redaktion: Wie sieht es mit der Performance aus? Wird diese durch den Einsatz von Nutanix automatisch besser als bei einer klassischen Lösung?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Grundsätzlich kommt es immer darauf an, welches Modell aus dem breiten Portfolio man auswählt und mit was man Nutanix vergleicht. Wir haben mit Nutanix keinen riesigen Speicher-Monolithen, der aufgrund einer bestimmten Anzahl an Festplatten eine gewisse I/O-Leistung produziert.

Nutanix funktioniert als verteiltes System, das pro Building-Block eine bestimmte Leistung mitbringt. Je mehr Cluster-Knoten in einem Nutanix-Verbund arbeiten, umso höher ist auch die Leistung, die das gesamte System liefert.

Bei einem klassischen Storage-System komme ich irgendwann an eine Grenze, an der die Controller voll ausgelastet sind und die Leistung nicht mehr liefern können. Dann muss der Kunde beispielsweise einen neuen Storage Controller kaufen. Bei Nutanix fügt man dagegen einfach neue Knoten hinzu. Mit jedem Knoten kommt dabei ein neuer virtueller Storage Controller hinzu, sodass immer mehr Rechenleistung entsteht. Dadurch ist das System auch nahezu unbegrenzt erweiterbar.

PROFI.news Redaktion: Welche Voraussetzungen müssen bei Unternehmen denn überhaupt gegeben sein, um Nutanix einzusetzen?

Es kommt immer auf den Einzelfall an. Eine wichtige Voraussetzung ist auf jeden Fall das Netzwerk, hier ist 10-Gigabit eindeutig zu empfehlen, um die Leistung auch „auf die Straße“ zu bekommen. Ebenso sollten die Server des Kunden zu einem hohen Grad virtualisiert sein. Wenn ein Kunde viele physikalische Server betreibt, die noch nicht virtualisiert sind, dann sollte man sich Gedanken machen, diese im Zuge des Projekts zu virtualisieren, weil Nutanix keinen Storage für externe Systeme bereitstellt.

PROFI.news Redaktion: Die PROFI setzt selbst auf Nutanix. Welchen Stellenwert hat Nutanix bei der PROFI?

PROFI war einer der ersten Nutanix-Partner in Deutschland und wir haben langjährige Erfahrung mit Nutanix gesammelt. Unsere Experten verfügen über alle wichtigen Zertifizierungen und bauen ihr Fachwissen gemeinsam mit dem Hersteller regelmäßig aus.

Seit dem Start der Lösung beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema rund um die hyperkonvergente Infrastruktur und können durch unsere Expertise einen Mehrwert für Kunden generieren. Neben der Beratung und Implementierung eines Nutanix Systems bieten wir auch den Support durch unser Managed Services Team aus einer Hand. Da wir unsere interne IT selbst auf drei Nutanix-Clustern betreiben, sind wir natürlich überzeugt und der Stellenwert ist dementsprechend hoch.

PROFI.news Redaktion: Wie kommt das Thema Nutanix bei den Kunden an?

Sehr gut. Nutanix verfolgt ja einen völlig neuen Ansatz, der alles, was wir in den letzten Jahren in der IT gemacht haben, auf den Kopf stellt. Diese Zusammenfassung von Compute und Storage in einem System ist ein gänzlich neuer Denkansatz und diesen Prozess haben wir bei der PROFI ja auch durchgemacht. Daher können wir uns natürlich gut in unsere Kunden hineinversetzen, die natürlich erst einmal verstehen müssen, das Compute und Storage nun in einer Verantwortung liegt. In dem Zusammenhang überzeugt es natürlich, dass wir selbst Nutanix einsetzen. Grundsätzlich liefern Referenzbeispiele die besten Argumente, weil sie dem Kunden ganz deutlich den Nutzen aufzeigen.

PROFI.news Redaktion: Wie entwickelt sich das Thema hyperkonvergente Infrastruktur weiter?

Das Thema wird weiter an Bedeutung gewinnen. Aber natürlich schläft auch die Konkurrenz rund um Nutanix in diesem Bereich nicht und wird deutlich zunehmen. Einige Marktbegleiter verfolgen ähnliche Ansätze.

Wir arbeiten schon lange mit Nutanix zusammen und schätzen beispielsweise bei Nutanix besonders, dass neben VMware vSphere auch Hyper-V von Microsoft und der eigene KVM-basierte Hypervisor „Acropolis“ unterstützt werden. Auch die einfache Administration über das Web-Interface „Prism“ schätzen wir sehr. Darum haben wir uns ja auch ganz bewusst für Nutanix bei uns im Unternehmen entschieden.

PROFI.news Redaktion: Vielen Dank, Herr Klinger, für das Interview und herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Auszeichnung zum „Nutanix Technology Champion 2016“. Damit sind Sie einer von nur vier Deutschen, die diesen Titel weltweit erhalten haben.

Lukas Klinger,
Consultant der PROFI AG