Tapes – Meister der Archivierung

Infrastruktur-Lösungen

Tapes – Meister der Archivierung

Dauerläufer im Speicherbetrieb mit Langfristpotenzial

Magnetbänder? Warum Tapes? Warum immer noch Tapes? Diese Frage bekommt IBM sehr oft gestellt – von Kunden, Presse, Analysten und natürlich von den Mitbewerbern. IBM entwickelt und baut seit über 60 Jahren Tapes. Dafür gibt es gute Gründe, nicht zuletzt auch fundiert in einem Trend, der in den letzten Jahren eindeutig nach oben zeigt. Warum also Tape? Dafür gibt es im Wesentlichen drei handfeste Gründe:

  • Betriebsfehler begrenzt: Versuchen Sie einmal, eine Datenmenge von z. B. 1,7 Petabyte, also ca. 1.700 Terabyte an Daten, auf verteilten Tapes per Knopfdruck zu löschen! Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie speichern die gleichen 1,7 Petabyte Daten auf einem File-System ... nur ein falscher Knopfdruck, und die Daten sind weg! Hoffentlich weiß der Backup-Verantwortliche immer, was er tut.
  • Mehr Sicherheit: Ransomware auf Tape-Daten? Daran beißen sich WannaCry und Co. die Zähne aus. Tape ist ein Offline-Medium, das viele Kunden einsetzen, um gezielte Medienbrüche für die Langzeitarchivierung und Datensicherung zu realisieren.
  • Günstiger geht’s nicht: Die Langzeitvergleiche zeigen, dass Tape konstant bei circa einem Zehntel der Speicherkosten pro Gigabyte im Vergleich zu Plattensystemen liegt.

Aktuell stellt IBM sogar eine neue Tape-Library vor, die TS4300. Dabei handelt es sich um ein modulares System, das bis zu 1,7 Petabyte Daten fasst, einfach zu betreiben ist und sehr wenig Stellfläche und Strom verbraucht. Das System ist als „rack and stack“-System konzipiert. Die Geräte sind drei Höheneinheiten hoch und skalieren nach Bedarf. Media Integrity Check, Error Recovery und Diagnostic Tools sorgen für perfekte Betriebssicherheit.

Die Vorteile als Long-term-Retention-Medium spielen Tape ebenfalls in die Hand.

Beispiel:
Die Versicherungspolice von Frau Müller braucht nicht 30 Jahre auf rotierenden Disks oder Flash-Systemen gespeichert zu werden, die permanent Strom verbrauchen, wenn nur im 30. Jahr der Zugriff auf die Police erfolgen soll. Trotz Datendeduplizierung oder Kompression ist das nicht der Königsweg. Ist Tape langsamer im Zugriff? Ja – prinzipbedingt. Deshalb wird Tape heute oft nicht mehr „native“ eingesetzt. Ein Disk Pool als „landing zone“ oder sogar Flash als „Aggregierer“ kommen mit Tapes zum Einsatz. Das Tape-System fungiert hier als Last Line of Defense, sollten alle Stricke reißen. Tapes sind verfügbar, können einfach ausgelagert werden oder per WORM-Betrieb als unveränderbarer Datenspeicher arbeiten – sicher gegen alle Kryptotrojaner.

Sehr interessant ist die Kombination aus File-System und Tape: Das Werkzeug IBM Spectrum Scale beispielsweise räumt alte Files transparent auf das jeweils günstigste Medium, ohne dass der Anwender oder die Applikation es merkt. Gerade beim Thema Big Data oder Much Data ist diese Kombination unschlagbar – Performance gepaart mit Wirtschaftlichkeit. Wann die Files bewegt werden, entscheidet ein ausgeklügeltes Regelwerk, das der Administrator einfach aufsetzen kann. Übrigens ist diese Architektur bei sehr vielen Unternehmen im Backup-Umfeld mit dem Werkzeug IBM Spectrum Protect im Einsatz. Dabei geht die Anzahl der vorgehaltenen Backup-Versionen auf Disk / Flash heute deutlich nach oben.

Es ist schlicht nicht mehr wirtschaftlich, größere Datenmengen, auf die selten zugegriffen wird, als Online-Speicher vorzuhalten. Selbst Object Storage im Backup kann nicht an die Preisvorteile von Tape heranreichen. Andererseits können, wo sinnvoll, mit Object Storage Daten „cloud-like“ global verteilt werden und sind so überall immer im Zugriff. Diese Optionen können interessant sein im Backup in Kombination mit dem IBM Cloud Object Storage (COS), einem der besten Object-Storage-Systeme im Markt.

Letztendlich bestimmt allein der Kunde, welche Lösung seinen Bedürfnissen am besten entspricht. Dies klären IBM-Experten in speziellen Backup-Workshops in Zusammenspiel mit Business Partnern wie der PROFI. Erstaunt sind viele, dass auch Microsoft IBM-Tape-Lösungen in der Azure-Cloud einsetzt, und zwar als Langzeitarchivierungs-System mit einem Kostenfaktor deutlich unter Disk oder optischen Medium. Die Studien verschiedener Seiten über die Total Cost of Ownership von Tape zeigen beeindruckende Ergebnisse.
Und: Die Zukunft von Tape fängt gerade erst an. IBM-Forscher haben soeben die 330-Terabyte-Marke pro einzelnem Band geknackt – Tendenz weiterhin steigend.

Ralf Colbus,
Leading Storage Professional, IBM Deutschland GmbH

Ihr Ansprechpartner bei der PROFI AG:
Dr. Eckart Ehni, Principal Consultant