Business Analytics – der zukünftige Business-Treiber?

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Business Analytics – der zukünftige Business-Treiber?

Daten: Der Goldschatz jedes Unternehmens

Business Analytics (BA) bezeichnet Prozesse zur systematischen Analyse von Daten. Ziel ist es, mit diesen Analysen aktuelle Herausforderungen aufzuzeigen und vor allem Entwicklungen zu prognostizieren. Im Interview mit Manfred Lackner, Vorstandsvorsitzender der PROFI AG, geht der IT-Director der Frage nach, welchen Einfluss BA auf künftige Unternehmensentscheidungen haben wird.

IT-Director: Seit Jahren beobachten wir den Hype um BA und Big Data. Sind die Themen wirklich in den Unternehmen angekommen?

Manfred Lackner: Ja, selbstverständlich. Sehen Sie, jedes Unternehmen – unabhängig von Größe oder Branche – stellt mittlerweile Überlegungen an, wie es mit den ständig wachsenden Daten einen Mehrwert erzielen kann, sei es durch neue Geschäftsmodelle, Prozessinnovationen oder auch durch verbesserte Entscheidungsgrundlagen.

IDC prognostiziert in ihren Studien nach wie vor ein rasantes Datenwachstum. Bestandsdaten wachsen im Schnitt um 40 Prozent pro Jahr, was einer Verdoppelung der Daten alle zwei Jahre entspricht.

Hierbei handelt es sich um wahre Goldschätze, die nur gehoben werden müssen. Deshalb ist BA mehr als die Analyse vorhandener Daten. BA ist die Nutzbarmachung der Daten. Nur von ihrer Auswertung und zielgerichteten Verwertung können Unternehmen dann auch profitieren.

I-D: Schön und gut, aber wie genau sollen Unternehmen das angehen?

ML: Mein Tipp ist immer: Setzen Sie konkrete Use Cases auf und analysieren Sie genau, in welchen Bereichen und mit welcher Art von Daten Sie Mehrwerte schaffen können. Das ist der beste Weg, um mit BA-Lösungen auch nachweislich zum Geschäftserfolg beizutragen.

Um das zu erreichen, gibt es keine allgemeine Standardlösung, sondern nur individuelle Vorgehensweisen. Diese müssen im Dialog mit den Fachbereichen und der IT des Kunden geklärt werden. Wichtig ist: Der Use Case sollte sich eng am Wertschöpfungsprozess orientieren. Man sollte vorab die entsprechenden Key Performance Indicators (KPIs) definieren und diese dann auch bei der Umsetzung als Maßstab für die Zielerreichung anlegen. Nur so ist sichergestellt, dass BA-Projekte auch tatsächlich den gewünschten Mehrwert erbringen. IT-Lösungshäuser wie die PROFI AG unterstützen Kunden und Interessierte umfassend beim Definieren der Use Cases und der anschließenden Analyse. Mit der jahrelangen Beratungserfahrung unserer Experten aus zahlreichen Projekten sind Kunden auf der sicheren Seite, ihren Goldschatz an Unternehmensdaten zu heben und in Geschäftserfolg umzuwandeln.

I-D: Können Sie uns ein Beispiel für einen solchen Use Case geben?

ML: Ja, gerne. Einer unserer Kunden, ein deutscher Premium-Automobilhersteller, geht neue Wege beim Ermitteln des Kunden-Feedbacks zu Service und Neuwagenkauf seiner Marken: Er lässt nicht mehr einen vierseitigen Fragenkatalog abarbeiten, sondern holt sich das Feedback über eine Online-Plattform – in Summe 15.000 Feedbacks pro Monat in Deutschland. Dabei handelt es sich um offene Feedbacks ohne Struktur, die es erstmals auswertbar und messbar zu machen galt.

Aus diesen Kunden-Feedbacks wird nun ein geeignetes Reporting abgeleitet. Der Automobilhersteller kann damit seinem Vertrieb und seinen Händlern dedizierte Auswertungen bereitstellen. Diese heben Positives hervor und zeigen zugleich Verbesserungspotenzial auf. Dem Management sind interaktive Analysen möglich – mit Drill-Down bis zum einzelnen Feedback. Unsere Spezialisten haben diese Lösung konzipiert und gemeinsam mit dem Kunden realisiert.

I-D: Einige Unternehmen waren vielleicht nicht von Beginn an beim Thema BA und Digitalisierung von Unternehmensprozessen dabei. Was empfehlen Sie diesen?

ML: Wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es vor allem die Fachbe­reiche in Unternehmen sind, die frühzeitig die Vorteile von BA erkennen und einfordern. Sie sind teilweise so stark aufgestellt, dass sie neue Technologien über ihre IT-Abteilung hinweg anfordern. Der CIO steht dann wiederum vor der Herausforderung, für einen stabilen und sicheren Betrieb zu sorgen.

In unseren Transformations-Workshops unterstützen wir CIOs dabei, wieder in den Driver Seat zu kommen und Enabler für neue Digitalisierungsthemen zu werden. Denn jedes Unternehmen kann nur dann erfolgreich sein, wenn Fachbereich und IT-Abteilung gemeinsam an einem Strang ziehen.

I-D: Wie sehen Sie die Zukunft? Wird Business Analytics uns weiter begleiten?

ML: Eindeutig ja. BA wird einer der zukünftigen Business-Treiber sein. Damit lassen sich vorhandene Entscheidungsprozesse optimieren und neue Geschäftsmodelle generieren. Mit den gewonnenen Erkenntnissen können Unternehmen ihre Geschäftsabläufe sowie Kunden- und Lieferantenbeziehungen profitabler machen, Kosten senken, Risiken minimieren und die Wertschöpfung vergrößern. In einem nächsten Schritt werden diese Lösungen durch kognitive Elemente ergänzt. Es werden zunehmend selbstlernende, intelligente Systeme entstehen, die sich selbst optimieren und weiterentwickeln.

Die Entwicklung der dafür erforderlichen Technologie, d. h. entsprechend leistungs­fähige Hardware und Software, die Datenanalysen und -auswertungen noch effizienter und performanter bewerkstelligt, ist in vollem Gange.

Manfred Lackner,
Vorstandsvorsitzender der PROFI AG