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Cloud Ära 2.0

Die Transformation des Systemhauses zum Systemhaus 4.0

Der sogenannte Fortschritt der Technologien beherrscht zunehmend alle Bereiche unseres Lebens. Ein Leben ohne Smartphones und Apps, die zu jederzeit und an jedem Ort die Nutzung von Daten zur Verarbeitung oder zur Kommunikation bereitstellen, ist nicht mehr vorstellbar. Dabei ist das Consumer-Verhalten mental dem Business eine Nasenlänge voraus. Aber auch im Geschäftsleben werden immer mehr Bereiche in den Unternehmen von IT-Methoden und -Technologien durchdrungen. Die Digitalisierung hat alle Bereiche des wirtschaftlichen Lebens erreicht.

Vor diesem Hintergrund muss man die jüngste Entwicklung von Cloud-Lösungen betrachten, die in Form von Software as a Service (SaaS), Platform as a Service (PaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS) bei der Wahl der Sourcing-Strategie zu beachten sind. Wo es vor wenigen Jahren noch nicht denkbar war, dass der deutsche Mittelstand Public-Cloud-Lösungen nutzt, ist dies heute schon Commodity geworden.

Freilich ist die Nutzung auf Hybride Nutzung von Public-Cloud-Lösungen in Verbindung mit Private Cloud und klassischen On-Premise-Infrastrukturen fokussiert. Aber der Trend geht ganz klar dahin, so weit wie möglich, technisch sinnvoll und juristisch vertretbar, Public-Cloud-Lösungen in der Sourcing-Strategie zu berücksichtigen. Die Entscheidung des EUGH zum Thema Safe Harbour lässt aus rechtlicher Sicht eine wesentliche Schranke zur Nutzung von Public Clouds der großen amerikanischen Anbieter fallen.

Darüber hinaus sind die Angebote zur Nutzung von Cloud-Lösungen heute vermeintlich besser auf die Bedürfnisse des deutschen Mittelstands zugeschnitten. Man denke hier zum Beispiel an die German Cloud, einer Co-Produktion von Microsoft und der Deutschen Telekom.

Die Technologien und Konzepte sind gefunden und werden kontinuierlich an die Anforderungen der Wirtschaft weiter angepasst. Die entscheidende Frage lautet aber nun: Wie kommt der deutsche Mittelständler in das Zeitalter von Industrie 4.0, in der alle Interaktionen möglichst IP-gestützt ablaufen? Die Antwort ist in der Geschichte von IT und Wirtschaft bereits angelegt.

Seit Jahrzehnten nutzen die Unternehmen die Kompetenz von IT-Systemhäusern zur Beherrschung der Herausforderungen aus dem Einsatz von IT. Dabei war es früher gängige Praxis, als Systemhaus geeignete Lösungen für die Kunden zu schnüren und diese in die Landschaft des Kunden möglichst reibungsfrei zu integrieren. Dies wird in der Zukunft nicht mehr ausreichen. IT-Systemhäuser müssen sich weiterentwickeln zum Systemhaus 4.0. Dies bedeutet die umfassende Begleitung der Kunden von der Entwicklung der IT-Strategie aus der Business-Strategie bis hin zum optimalen Design der Mischung aus On Premise und Cloud.

Die große Stärke von Systemhäusern kommt dadurch zum Ausdruck, dass die Sichtweise IT-zentriert ist und die Bedürfnisse des Business beachtet werden, während klassische Beratungsunternehmen die Business-Sicht in den Fokus stellen. Beide Sichten sind wichtig, um echte Mehrwerte für das Business zu erreichen. Allerdings ist der Beratungsanteil bei den Systemhäusern signifikant gestiegen und beinhaltet die Erfordernisse, Enterprise-Architekturen und IT-Governance-­Themen mit den Kunden zu bearbeiten.

Das Handwerkszeug dazu sind Frameworks wie TOGAF 9 und COBIT 5. Dies ist deshalb von größter Bedeutung, weil die organisatorischen und arbeitsteiligen Veränderungen in den IT- und Fachabteilungen mitgeplant und umgesetzt werden müssen. Hierzu braucht es einen Plan, ein Vorgehensmodell. Die PROFI AG hat ein solches Vorgehensmodell entwickelt, das in einem geschlossenen Lifecycle von der Reifegrad-Analyse der IT über das Architekturdesign, die Sourcing-Strategie, das Service-Design, die Applikationsentwicklung bis hin zum Service-Management die Kunden beraten und in die Cloud Ära 2.0 transformieren kann.

Heinz Rolf Sedelky
Senior Manager IT-Strategie der PROFI AG