Die Digitalisierung im Lagerwesen

Digitale Transformation

Die Digitalisierung im Lagerwesen

Lager 4.0

„Internet of Things“, „Industrie 4.0“, „Digitale Produktion“ und „Digitalisierung der Supply Chain“ sind mittlerweile hinlänglich und vielfältig beschrieben. Letztendlich geht es darum, die vollkommene, hoch integrierte Lieferkette zu schaffen, um die steigenden Anforderungen einer permanent komplexer werdenden Supply Chain zu erreichen. Die Kundenerwartungen wachsen, die Beschaffungs- und Absatzmärkte werden stetig vielschichtiger.

Diese Entwicklung macht es notwendig, sowohl die Absatz- und die Produktionsplanung als auch Bestandsführung und das Transportmanagement permanent zu optimieren und die Elemente untereinander prozessual und informationstechnologisch zu integrieren. Hierbei spielen, neben den standardmäßigen Kernfunktionalitäten wie Vertrieb, Beschaffung und Produktion, die Funktionen der Lagerhaltung eine wesentliche Rolle. (Weitere Informationen im Flyer "Intelligente Lagerverwaltung")

Gestern, heute, morgen

Auch im Lagerwesen haben die industriellen Revolutionen auf ihre eigene Weise stattgefunden. So führten in der ersten und zweiten industriellen Revolution das Wachstum des internationalen Güterverkehrs als auch die erhöhten logistischen Anforderungen des Militärs – ausgelöst durch die Kriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – dazu, sowohl Maße als auch Lager- und Transportbehältnisse zu standardisieren.

Zu diesem Zeitpunkt jedoch war die Handhabung von Kisten, Säcken und Fässern – lediglich unterstützt von einfachstem Hebewerkzeug – anfänglich hauptsächlich manuell und das Ein-, Um- und Auslagern äußerst beschwerlich. Erst am Ende dieser Periode wurde dies durch den Einsatz von elektrischen Hebezeugen erleichtert.

Die dritte industrielle Revolution war zum einen geprägt von der Einführung elektronischer Steuerungstechnologien zur Automatisierung von Prozessen, zum anderen haben sich die ersten Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) etabliert. So entstanden erste automatisierte Läger und Lagerverwaltungssysteme (LVS). Im Bereich der ERP-Landschaften konnten diese Läger (anfänglich) rudimentär abgebildet werden. Computergestützte Lager- und Kommissioniersysteme hatten ihre Geburtsstunde.

Die weiteren Entwicklungen führten Mitte bis Ende der dritten industriellen Revolution zu eigenständigen Lagermanagementsystemen und es galt nun, diese in die Landschaften der ERPs und LVS zu integrieren. Zusätzliche Effizienzsteigerung in das Lagermanagement ergab sich durch die Einführung des Barcodes, entsprechender Lesetechnologien (Scanner) und digitaler Wägetechnik sowie durch die Entwicklung zur umfassenden Integration all dieser Systemelemente.

Neue Technologien und Entwicklungen

Die nun, basierend auf den prognostizierten Entwicklungen der vierten industriellen Revolution, zu erwartenden Veränderungen im Lagerwesen sind in erster Linie verursacht durch eine wachsende Produktvarianz bei gleichzeitig sinkenden Durchlaufzeiten und kürzere Bestellzyklen bei weiterhin kleiner werdenden Mengenumschlägen. Daraus folgen für das Lager eine weitere Erhöhung der Lieferbereitschaft sowie verkürzte Durchlaufzeiten. Dabei spielen die auf die unternehmensspezifischen Anforderungen zugeschnittenen Prozesse sowie die Lager- und Kommissioniersysteme eine sehr große Rolle.

Der Automatisierungsgrad wird zukünftig signifikant steigen. Bedeutende Entwicklungen an dieser Stelle sind die Automatisierung beziehungsweise die Systemunterstützung der Lagerplatzentnahme und der Kommissionierung. Hierbei werden verschiedene Verfahren eingesetzt (Pick-by-light, Pick-by-voice, Pick-by-view), die die Identifikation und Datenerfassung erlauben.

Eine eindeutige Identifikation von Lagerobjekten über alle Prozessschritte hinweg wird mit Hilfe des „digitalen Typenschilds“ erreicht werden. Weitere Technologien, die den Weg in die vierte industrielle Revolution begleiten, sind mit Sicherheit die RFID-gestützte Vereinnahmung von Waren sowie die „Drohnen-Inventur“, bei der ein Flugroboter alle mit RFID gekennzeichneten Lagergüter automatisiert erfasst und dabei die Inventurprozesse maßgeblich beschleunigt. Bei den heutigen Flurförderfahrzeugen wird die Technologie dazu führen, dass halbautonome Fahrzeuge sich die Aufgaben mit den Bedienern teilen oder gar vollautomatisch in Lägern agieren und bis zur Beladung die Maschinen die Arbeiten ausführen werden.

Das moderne Lagermanagementsystem

Wichtig ist es nun also für all die zu erwartenden technologischen Entwicklungen, eine tragende Applikationslandschaft vorzuhalten, in der die Standardprozesse und -funktionalitäten der betrieblichen Anforderungen aus Beschaffung, Vertrieb, Produktion, Transport und Lager abbildbar und vollintegrierbar sind.

Ein gutes Lagermanagementsystem muss also in der Lage sein, die oben genannten Technologien und Prozesse zu integrieren. Nach wie vor gilt es dabei natürlich auf die Leistungsfähigkeit der Standardfunktionalitäten eines Warenmanagementsystems zu achten. Es ist dabei wichtig, dass sowohl die realen Lagerstrukturen als auch die unternehmenseigene Warenein- und -ausgangsprozesse abbildbar sind. Hierbei spielen die Prozesse des Entladens, der integrierten Qualitätsprüfung, genutzte Ein- und Auslagerstrategien, Wellenbearbeitungen sowie die Prozesse des Kommissionierens mit „Picken und Verpacken“ eine wichtige Rolle.

Neben diesen klassischen Basisfunktionalitäten müssen die Verwaltung von Serial- und Chargennummern und die Vergabe und Verwaltung von Handling-Units berücksichtigt werden. Eine adäquates Ressourcenmanagement und die Ressourcenplanung und Daten für eine Leistungsentlohnung runden die Funktionslandschaft ab.

Lagerverwaltung mit SAP eWM

Beispielhaft für das digitale Lager steht SAP eWM. Diese Software ermöglicht dezentrale Lagerverwaltung und -steuerung. Es ist eng mit SAP TM und SAP ERP verbunden und kann so komplexe Geschäftsprozesse durchgängig unterstützen. Auf der anderen Seite ist es offen für die direkte Anbindung von Steuerungseinheiten in der Lagertechnik ohne Middleware.

SAP eWM wird zurzeit von Konzernen wie BMW oder Wabco mit komplexen Logistikprozessen genutzt, die eine maximale Integration in ihre SAP-IT-Landschaft mit direkter Anbindung an die Lagersteuerung anstreben. Die Software ist technisch dem Markt voraus und verschiebt die ERP-Grenze „in die Tiefe“ – dies wird zunehmend erkannt. Erwartet wird nun die Einführung von eWM oft in der zweiten oder dritten „Reihe“ – auch nutzbringend für mittelständische Unternehmen mit komplexen Logistik- und Lagerprozessen. Dabei wird die Nutzung als Cloud Service die größte Bedeutung gewinnen, da sich der Mittelstand nicht eine eigene Architektur für die neuen digitalen Prozesse ‚ins Haus‘ stellen wird.

PROFI-Beratung im Umfeld der digitalen Logistik

Die Beratung im Umfeld der sogenannten digitalen Logistik und speziell im Supply-Chain-Execution-Umfeld der SAP-Software wie SAP eWM und SAP TM ist ein strategisch wichtiges Thema für den Geschäftsbereich Consulting der PROFI AG.

PROFI bietet ganzheitliche Beratung von Strategie, Geschäftsprozessen, IT-Architektur über Betrieb bis hin zur Hardware. Wir greifen auf mittlerweile über 30 Jahre Erfahrung zurück. Können sich Ihre Fachleute und die IT verständigen? Laufen Ihre Projekte immer wieder aufgrund Daten, Faktor Mensch oder mangelndem Überblick aus dem Ruder?

PROFI bringt mit seiner umfassenden Kompetenz die Ansprechpartner der verschiedenen Sparten zusammen und spricht ihre Sprache. Der „rote Faden“ wird sichtbar und jedem in die Hand gedrückt. Consulting@PROFI integriert und optimiert.

Bolat Sautbayev (links),
Senior Manager Consulting
Competence Center Leiter SAP eWM der PROFI AG

Thomas Steuer (rechts),
Senior Manager Consulting
Beratungsleiter der PROFI AG