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Die deutsche Industrie in der Digitalen Transformation – mittendrin statt nur dabei!

„Die Zukunft gehört denen, die sie kommen hören“, sagte einst David Bowie – es sieht danach aus, dass diese kleine Weisheit zunehmend auch für unsere Kunden und den deutschen Mittelstand zutrifft. Jahrelang hieß es von vielen Beratern, Me­dien und Digitalexperten, der Mittelstand verschliefe die Digitalisierung – doch wenn man die Entwicklung der letzten Jahre in der deutschen Industrie etwas genauer unter die Lupe nimmt, ergibt sich ein wesentlich differenzierteres Bild.

1. Es gibt sie quer durch die Republik: digitale Hidden Champions (1)

Im Gegensatz zu den USA oder China sind in Deutschland weit mehr Unternehmen im B2B-Bereich als im Konsumgüterbereich tätig – und in diesem Segment hat nach wie vor Spitzentechnologie mehr Relevanz als User Experience. Die deutschen Pendants zu Google, Facebook oder Amazon aus dem Maschinenbau, der Metallindustrie, der Robotik und Medizintechnik sind natürlich bei weitem nicht so bekannt. Das liegt aber nur zum Teil an ihrer Unternehmensgröße. Endkonsumenten kommen i. d. R. kaum mit ihnen in Berührung. Sehr häufig wird in Deutschland entwickelte „Deep Tech“ nicht direkt für den Konsumenten sichtbar, sondern geht als Schlüsseltechnologie in die Herstellung von innovativen Produkten ein.

Dazu gehören Hardware-Technologien wie Sensorik, Robotik und Mikrosystemtechnik ebenso wie Software-Entwicklungen, also z. B. adaptive Algorithmen, Deep Learning und Cognitive Computing (2) unter Anwendung agiler Methoden. Es geht dabei um die Entwicklung von speziellen Industrielösungen, nicht von einfachen Apps. Dieses im B2B-Geschäft unverzichtbare Know-how fehlt z. B. den Start-ups aus dem Silicon Valley, die sich bevorzugt auf das technisch meist weniger anspruchsvolle Consumer Business fokussieren. Dabei funktionieren die digitalen Hidden Champions hierzulande nach dem gleichen Erfolgsmodell wie die mittelständisch geprägten Weltmarktführer unter den Traditionsunternehmen: technologisch und qualitativ top, extrem stark in der Nische, gewinnorientiert, mit einem internationalen Fokus – und in erster Linie B2B.

2. Industrie 4.0 – Digitale Transformation in vollem Gang

Viele Industrieunternehmen haben schon Digitalisierungsprojekte in Angriff genommen, ohne sie explizit so zu nennen oder sich als digitale Vorreiter zu gerieren. Gerade bei der Vernetzung von Dingen (IoT – Internet of Things) ist in der deutschen Industrie unter dem Synonym Industrie 4.0 schon viel passiert. Laut einer aktuellen Studie von IDC hat mehr als jedes dritte deutsche Unternehmen bereits Industrie-4.0-Projekte umgesetzt, und jedes zweite bereitet sich darauf vor. Und fast alle deutschen Unternehmen im Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau haben massiv in die Entwicklung einer zukunftsweisenden Digitalisierungsstrategie investiert, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und Marktanteile zu sichern.

Der deutschen Industrie gelingt es ganz offensichtlich besser als lange vermutet, ihre Stärken auch in der digitalen Ära auszuspielen und durch vertikale und horizontale Integration ihrer Wertschöpfungs- und Lieferketten und der engen Verzahnung von Prozess-Know-how und IT ihr Geschäftspotenzial auszuschöpfen.

3. Der deutsche Mittelstand ist in der Cloud angekommen

Bereits in der letzten Ausgabe unserer PROFI.news haben wir von der Cloud als Katalysator der digitalen Transformation berichtet, und auch Fachpresse und Analysten sind sich einig: Der deutsche Mittelstand ist reif für die Wolke. Wie eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG ergab, hat im vergangenen Jahr das erste Mal eine Mehrheit der deutschen Unternehmen Cloud Computing eingesetzt.

Ein Beispiel: Der Münchner Maschinen- und Anlagenhersteller Bauer Kompressoren fertigt und vertreibt modernste Kompressoren zur Verdichtung von Gas oder Luft in industriellen Anlagen und ist damit einer der Weltmarktführer in diesem Segment. Bauer setzt dabei auf digitale Zukunftstechnik: Produktionsdaten sind standortübergreifend im Internet verfügbar. Tochtergesellschaften und Partner können Bauer-Anlagen nach eigenen Wünschen konfigurieren; die Daten werden automatisch an den jeweiligen Produktionsstandort übermittelt. Dabei setzt das Unternehmen auf Software und Rechenleistung, die es aus dem Internet anmietet.

Dieser Trend ist exemplarisch: Geschwindigkeit, Flexibilität und Betriebskosten sprechen häufig für die Cloud. Laut Bitkom werden gerade auch kleinere und mittelgroße Firmen die Wachstumstreiber sein. Dem in aller Munde vorherrschenden Thema der Sicherheit begegnen Anbieter wie Amazon, Google, Microsoft und IBM mit dem Bau eigener Rechenzentren in Deutschland, die der deutschen Gesetzgebung und den deutschen Datenschutzrichtlinien unterliegen – für sehr viele mittelständische Kunden ein wichtiges Argument.

Es braucht uns also um die Zukunftssicherheit des Industriestandorts Deutschland nicht bange zu sein. Die deutschen Unternehmen setzen auf die Digitalisierung – und sind mittendrin statt nur dabei! Die IT spielt dabei die zentrale Rolle – nur durch das Zusammenspiel von IT und Prozess-Know-how kann die Digitale Transformation funktionieren und ihr Geschäftspotenzial voll entfalten.

Auch die PROFI hat sich in den letzten Jahren transformiert und zu einem Digital Champion unter den deutschen IT-Systemhäusern entwickelt.

In der aktuellen Ausgabe der PROFI.news greifen wir wieder viele Aspekte der oben beschriebenen Digitalisierungsthemen auf und zeigen, wie wir als innovatives Systemhaus unsere Kunden auf ihrem Weg in die Digitale Transformation begleiten: von der Strategie- und Prozessberatung im Kontext von Industrie 4.0 über analytische Lösungen in einer kognitiven „World of Watson“ bis hin zur Entwicklung und dem Betrieb von unternehmenskritischen SIEM-Umgebungen. Auf diese Weise wollen wir uns nicht als Hidden, sondern als Visible Champion bei Ihnen positionieren.

(1) Vgl. Manager Magazin, 15.02.2016, Hidden Champions – Deutschland ist digitaler als sein Ruf
(2) Vgl. Xing News Insider, 18.12.2016, Prof. Dr. Christian Gärtner, Quadriga Hochschule, Deep-Tech in Good old Germany: Digitale Hidden Champions

Stefan Langhirt,
Geschäftsbereichsleiter Unternehmensstrategie &
Business Operations der PROFI AG